Das Gedenken wachhalten

Der Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken, ist eine wichtige Aufgabe der Erinnerungsarbeit, um die grausame Erfahrung von Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten und ihre Wiederholung zu verhindern. Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park ist Teil dieses Gedenkens. Es ist Gedenkstätte und Friedhof für rund 7.200 sowjetische Soldat*innen, die während des Zweiten Weltkriegs in der Berliner Region gestorben sind. Darunter befinden sich hunderte gebürtige Ukrainer*innen.

Die Namen der Soldat*innen sind größtenteils bekannt, werden aber nicht genannt. Vielen Menschen ist auch nicht bewusst, dass es sich bei dem Ehrenmal um einen Soldatenfriedhof handelt. Wer die Anlage besucht, kann nicht einmal erkennen, wo sich die Gräber genau befinden. Um den würdevollen Umgang mit den ums Leben gekommenen Männern und Frauen und ihren Gräbern zu verbessern, fordern wir:

  • gartengestalterisch sichtbar zu machen, unter welchen Rasenflächen sich die zahlreichen Sammelgräber befinden, und sie durch Abgrenzungen besser vor unbedachtem Betreten zu schützen,
  • die Namen aller bekannten Soldatinnen und Soldaten, die hier bestattet sind, in geeigneter Form in der Gedenkstätte zu veröffentlichen,
  • die stalinistisch geprägte Architektur einschließlich der acht Stalin-Zitate, die in vergoldeter Schrift jeweils in Deutsch und Russisch auf symbolischen Sarkophagen angebracht sind, durch denkmalpflegerische Maßnahmen in ihren historischen Kontext zu stellen,
  • die vorhandenen Infotafeln in dieser Hinsicht zu überarbeiten und digital zu ergänzen sowie zu prüfen, inwiefern die Einrichtung eines wissenschaftlich basierten Informationszentrums zum historischen und künstlerischen Kontext erforderlich ist.