Schulen gegen Rechtsextremismus: Grüne Treptow-Köpenick fordern strukturelle Unterstützung

Catrin Wahlen, Charlotte Steinmetz und Louis Krüger (von links) bei der Diskussionsveranstaltung „Haltung statt Feuerwehr – Demokratieförderung an unseren Schulen“
Fotos: Lennart Rothe | Catrin Wahlen, Charlotte Steinmetz und Louis Krüger (von links) bei der Diskussionsveranstaltung „Haltung statt Feuerwehr – Demokratieförderung an unseren Schulen“

Berlin, 9. Juni 2026 – Rechtsextreme Parolen auf dem Pausenhof, Hetze in Klassenchats oder körperliche Übergriffe durch rechtsextrem motivierte Jugendliche: Die Lage an vielen Berliner Schulen ist alarmierend. Bei der Diskussionsveranstaltung „Haltung statt Feuerwehr – Demokratieförderung an unseren Schulen“, zu der der Kreisverband Treptow-Köpenick von Bündnis 90/Die Grünen am 29. Mai 2026 eingeladen hatte, wurde deutlich: Reaktive Maßnahmen reichen nicht aus. Notwendig ist eine konsequente, präventive Strategie, um die demokratische Kultur in Bildungseinrichtungen nachhaltig zu stärken.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Catrin Wahlen, Mitglied des Abgeordnetenhauses (MdA) und Direktkandidatin für Alt-Treptow, Plänterwald und Baumschulenweg. Der Einladung gefolgt waren außerdem Louis Krüger (MdA), Anna Schmidt (DiRex) sowie Vertreterinnen des Bezirksschüler*innenausschusses und Lehrkräfte der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Erfahrungen aus dem Schulalltag

Die Vertreterinnen des Bezirksschüler*innenausschusses berichteten eindrücklich, wie rechte und rechtsextremistische Narrative digitale und analoge Schulräume durchdringen. Gleichzeitig zeigten sie auf, mit welchen mutigen Initiativen Schülerinnen und Schüler selbst gegen diese Entwicklungen vorgehen. Die Botschaft war klar: Die Jugend übernimmt Verantwortung – doch sie darf nicht allein gelassen werden.

Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher: Überforderung im Alltag

Das pädagogische Personal fühlt sich häufig überfordert: Die Herausforderung, subtile rechte Codes und Narrative frühzeitig zu erkennen, sowie das Fehlen klarer Handlungsoptionen bei Konflikten belasten das Schulklima. „Es reicht nicht, erst zu handeln, wenn es bereits brennt – wir brauchen eine dauerhafte Verankerung demokratischer Haltung und Werte im Schulalltag. Fortbildungen müssen fester Bestandteil der Lehrkräftebildung werden und nicht erst als Notlösung nach einem Vorfall greifen“, betonte Catrin Wahlen, Mitglied des Abgeordnetenhauses (MdA) und Direktkandidatin für Alt-Treptow, Plänterwald und Baumschulenweg.

Forderungen: Langfristige Finanzierung und strukturelle Verankerung

Anna Schmidt von DiRex (Direkte Intervention bei Rechtsextremismus) forderte, bestehende Beratungsangebote verlässlich und langfristig zu finanzieren und diese Angebote mit dem Berliner Landesinstitut für Qualifizierung (BLiQ) zu verknüpfen. Sie halte zudem eine Novellierung des Berliner Lehrkräftebildungsgesetzes für notwendig, um die Sensibilisierung für rechtsextreme Tendenzen rechtlich und strukturell zu verankern und in die professionelle Entwicklung des pädagogischen Personals zu integrieren.

Beratungskontakt

DiRex – Direkte Intervention bei Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im schulischen Kontext: https://www.mbr-berlin.de/direx/

Dank

Ein herzlicher Dank gilt der Kirche zum Vaterhaus in Baumschulenweg, die die Räumlichkeiten für diese wichtige Debatte zur Verfügung stellte.

Für Rückfragen der Presse steht als Kontakt zur Verfügung:
Maria Kottrup, Mitglied des Kreisvorstands, E-Mail: post@gruene-treptow-koepenick.de


Pressefoto von Catrin Wahlen in hoher Auflösung: hier zum Download (Fotograf: Santiago Rodriguez)